Yannick Haan

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May 14, 2013 at 4:47pm

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Vom Interview zum Artikel – meine Erfahrung mit den Medien

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Eigentlich sollte ich wissen wie Medien funktionieren. Ich studiere Kommunikationswissenschaften, gehöre zu der Kategorie ‘Mache was mit Medien’ und ich habe bereits selber Praktika bei Zeitungen absolviert. Eigentlich sollte ich wissen, dass das Interesse von Journalisten vor allem der gelesene Artikel, der gesehene Beitrag oder das gehörte Radiofeature ist. Das Aufkommen des bösen Internets hat diese Situation wohl noch einmal verstärkt. Und obwohl ich all dies wissen müsste bin ich doch immer wieder erstaunt wenn ich diese Mechanismen am eigenen Leibe erfahren muss.

Am Sonntag hat mich ein Redakteur von heute.de kontaktiert und gefragt ob ich 5 Minuten Zeit hätte für ein Interview zu Gesche Joost hätte. Ein paar Tage zuvor war bekannt geworden, dass sie im Kompetenzteam von Peer Steinbrück für Netzpolitik zuständig sein wird. Da ich zu dem Zeitpunkt gerade irgendwo in Bulgarien als Wahlbeobachter von Wahllokal zu Wahllokal gefahren bin hatte ich eigentlich keinen Kopf für ein Interview. Am Ende habe ich trotzdem zugestimmt.

Die erste Frage an mich lautete dann gleich ob ich Gesche Joost persönlich kenne. Dies verneinte ich. Darauf folgte die Frage ob dies nicht ein wenig komisch wäre, dass man die Frau die für Netzpolitik zuständig sein soll nicht mal kennen würde. Daraufhin habe ich geantwortet, dass ich erwartet hätte, dass man die Person kennen würde. Danach habe ich länger ausgeführt, dass es auch positiv ist wenn das poltische System offen ist und neue Leute reinlässt die noch nicht seit 20 Jahren in Parteien aktiv sind. Nach weiterem Nachbohren habe ich dann noch gesagt, dass ich mich gefreut hätte wenn man schon ein wenig mehr von der Person wissen würde, beispielsweise die Positionen beim Thema Netzneutralität oder dem Urheberrecht.

Als nächstes sollte ich dann die Aussage kommentieren, dass Joost diese Position nur bekommen hat weil sie weiblich und gutaussehend ist. Auf diese Frage habe ich geantwortet, dass dies eine sexistische Aussage wäre der ich in keiner Weise zustimmen könne. Danach wurde dann gefragt ob sie diese Position nur bekommen hätte weil sie eine Frau ist. Auch dies habe ich deutlich verneint und noch dazu gesagt, dass ich mich trotzdem freue, dass gerade im Bereich Netzpolitik eine Frau die Position übernimmt.

Am Ende folgte dann noch die Frage wer denn noch in Frage gekommen wäre. Darauf habe ich geantwortet, dass natürlich die netzpolitischen Sprecher in Frage gekommen wären. Daraufhin folgte die Nachfrage ob auch der netzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion in Frage gekommen wäre, was ich bejahte.

Am Ende des Interviews habe ich dann noch einmal länger betont, dass ein offenes politisches System etwas Positives ist und, dass es toll ist wenn Netzpolitik bei Peer Steinbrück eine solch wichtige Rolle spielt.

So weit so gut.

Aus diesem Interview ist dann allein meine ‘Verwunderung’ über die Unbekanntheit der Kandidatin wiedergegeben worden und wurde dann noch mit dem Satz ‘das sitzt’ kommentiert. Nun kann ich mich nicht beschweren. Alles was da steht habe ich auch wirklich gesagt, nichts wurde falsch wiedergegeben. Und doch sollte man beim Lesen von Artikeln immer im Hinterkopf haben wie solche Artikel entstehen und welche Mechanismen dahinter stecken.

Den gesamten Artikel kann man hier nachlesen.

Update:

Mittlerweile gibt es auch eine Reaktion von Dominik Rzepka. Am Ende kann sich dann jetzt jeder selber ein Bild machen.

May 13, 2013 at 12:07pm

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Being a Wahlbeobachter – ein Erfahrungsbericht

Aus irgendeinem unerklärlichen Grund wollte ich schon immer mal Wahlbeobachter werden. In meinem Verständnis waren das immer Menschen die sich friedlich für die Demokratie einsetzen. Vor einigen Wochen hat dann die Gruppe der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament Menschen gesucht die in Bulgarien die Wahlen als internationale Beobachter verfolgen. Aus mehreren Gründen habe ich mich dann als ‘Volunteer’ gemeldet.

Bevor man aber wirklich auf die Wahllokale losgelassen wird bekommt man zu allererst einen Stapel an Informationen – wie sieht das politische System des Landes aus, welche Probleme gibt es momentan, wie schätzt man die aktuelle Lage ein und wie funktionieren die Wahlen in Bulgarien. Mit diesem Stapel an Informationen folgen dann noch sehr viele Formulare die man während den Beobachtungen ausfüllen soll. Am Ende folgt dann noch ein längeres Briefing mit Vertretern der bulgarischen Wahlkommission die noch einmal das Wahlsystem erklären und erläutern welche Rechte man als internationaler Beobachter hat.

Als zweiten Schritt verteilten sich dann die 120 Wahlbeobachter, die sich vorher in Sofia getroffen haben, mit Bus, Auto oder Flugzeug über das ganze Land. Ich war beispielsweise in Dobritsch, einer recht armen Gegend im Nordosten des Landes unterwegs. Sprachliche, logistische und planerische Unterstützung haben wir von den lokalen Mitgliedern der Bulgarian Socialist Party bekommen. Nun ist dies natürlich sehr hilfreich, auf der anderen Seite ist man natürlich allein schon wegen der Sprache ziemlich abhängig von diesen Helfern ohne die man wenig erreichen kann.

Als erste Station sind wir dann gegen 7 Uhr zur Öffnung eines Wahllokales gefahren. Dort hat man uns nett begrüßt, war aber ein wenig überfordert mit dem gesamten Prozedere. Als man das Wahllokal eröffnet hat waren bereits Wähler da, die Damen hatten vergessen ihre Badges zu tragen und am Schlimmsten, erst nach einigen Wählern und unserem Hinweis kam man dann auf die Idee die Wahlurne auch zu versiegeln. Als Wahlbeobachter hat man die Möglichkeit auf Verstöße hinzuweisen und diese zu melden. Selber einschreiten sollte man als nicht. Nach 20 Minuten beobachten, Dokumente kontrollieren und mit den Verantwortlichen reden geht es dann weiter zum nächsten Wahllokal wo das gesamte Prozedere von vorne losging.

Am Ende haben wir uns dann auch noch das Auszählen in einem Wahllokal angeschaut. Zu unserem großen Leidwesen war dieses Wahllokal in einem Kindergarten untergebracht. Dies hatte zur Folge, dass wir 3 Stunden auf etwa 30cm hohen orangen Kinderplastikstühlen verbringen durften. Ist man erst einmal während des Auszählens im Raum darf man ihn bis zum Ende auch nicht mehr verlassen.

Insgesamt haben wir am Ende des Tages etwa 15 Wahllokale kontrolliert. Spätestens nach dem 3 Wahllokal hatte sich allerdings scheinbar schnell rumgesprochen, dass wir in der Gegend unterwegs sind. Das lokale Radio hat darüber berichtet und die lokalen Beobachter schienen untereinander auch gut vernetzt zu sein. Anders als in Deutschland, wo nur Mitglieder der Wahlkommission und Wähler im Zimmer zugelassen sind, dürfen in Bulgarien auch alle Parteien Beobachter für alle Wahllokale entsenden die dann im Zimmer sitzen und beobachten ob alles mit Rechten Dingen zugeht. Diese werden in aller Regel von den Parteien bezahlt damit sie sich von 7 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends in ein Wahllokal setzen.

Obwohl es oft sprachliche Probleme gab konnte man in aller Regel nach nur wenigen Sekunden erkennen wie die Stimmung innerhalb der lokalen Wahlkommission war. Die einen haben uns freundlich begrüßt (eine ältere Dame hat mir sogar Kekse und Tee angeboten wenn ich den ganzen Tag bei ihr bleibe), andere waren eher angespannt und andere wiederum waren ‘not so amused’.

Nun haben uns alle respektiert und mit uns kooperiert allerdings hat man als Wahlbeobachter nur das nicht sehr scharfe Schwert des Beobachtens und Meldens. Obwohl wir keine faktische Macht hatten, wurden unsere kleinen Beanstandungen meist schnell korrigiert. Nur ein einziges Mal hat mir ein Mann Prügel angedroht weil ich angemerkt hatte, dass er keinen Badge trägt. Bei den anderen Beobachtern gab es sehr unterschiedliche Erfahrungen. Bei den einen ist nichts Besonderes vorgefallen, andere wurden von der Polizei vernommen weil sie anscheinend Kameras in den Brillen trugen.

Obwohl man viel Beobachten kann und Zugang zu Informationen bekommt muss man auch ehrlich sagen, dass man alleine mit Beobachten Wahlbetrug kaum bekämpfen kann. Es gibt sehr viele Hinweise, dass beispielsweise viele Stimmen gekauft wurden. Diese Menschen gehen einfach ins Wahllokal, wählen was ihnen gesagt wurde und gehen wieder raus. Da kann man am Ende soviel Beobachten wie man will.

Auf der anderen Seite hat wohl alleine unsere Präsenz einige doch unter Druck gesetzt. Wenn man am Ende als Wahlbeobachter mit seinen Formularen auch wenig ausrichten kann und wenig Druckmittel in der Hand hat, hat sich die Reise für mich doch gelohnt wenn wir auch nur eine einzige gefälschte Stimme verhindern konnten.

May 10, 2013 at 10:44pm

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Sunset

Sunset

May 9, 2013 at 4:46pm

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Herrentag #berlin

Herrentag #berlin

May 8, 2013 at 2:35pm

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Wie die #rp13 immer sein sollte

Wie die #rp13 immer sein sollte

May 4, 2013 at 8:42pm

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Home is where the wonderful sunsets are #berlin

Home is where the wonderful sunsets are #berlin

May 1, 2013 at 5:56pm

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Berlin Love

Berlin Love

April 30, 2013 at 10:13am

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Warum es gut ist wenn die Brigitte und RTL2 über den NSU Prozess berichten

Schaut man sich den bisherigen Verlauf des NSU Prozesses an, so kann man insgesamt eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Auf der einen Seite haben wir ein Gericht das es scheinbar nicht für nötig hält, dass auch türkische Medien über den Prozess berichten können. Auf der anderen Seite haben wir die deutschen Medien die seit Wochen nur noch über sich selber berichten.

Als gestern die Ergebnisse des Losverfahrens bekannt gegeben wurden brach mehrfach Gelächter aus. So unter anderem bei RTL2 und vor allem bei der Brigitte. Nun ist es natürlich schade, dass nicht alle Medien über den NSU Prozess berichten können. Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht warum man den Prozess nicht einfach in einen Nebenraum übertragen kann. Auf der anderen Seite ist es auch nicht der Untergang des Abendlandes wenn die Welt, die taz oder die FAZ keinen Platz bekommen. Allein durch ZDF, ARD und Spiegel sollte es jedem möglich sein die Informationen zu bekommen die er haben will.

Wenn die Medien weiter wie bislang über den NSU Prozess berichten kann ich ehrlich gesagt auch auf diese Berichterstattung verzichten. Es waren immerhin die deutschen Medien die das diskriminierende Wort ‘Dönermorde’ erfunden und über Jahre hinweg benutzt haben. Es sind nun dieselben Medien die seit Wochen kostbare Seiten und Sendezeit mit der Platzvergabe der Medien vergeuden. Diese Sendezeit oder die Seiten zu nutzen um über die Zukunft des Verfassungsschutzes oder den rechtsextremen Problemen in Deutschland zu berichten kommt wohl kaum einem Verlag oder Sender in den Sinn. Viel wichtiger ist ja die Frage ob das eigene Medium einen Sitzplatz im Raum bekommt oder nicht.

Zu allem Überfluss gab es gestern dann noch eine chauvinistische Lawine der Häme gegen die BRIGITTE. Nun ist die BRIGITTE keine Zeitschrift die für tiefgründige politische Hintergrundberichte bekannt ist. Aber wann hat man denn in der Bild Zeitung das letzte Mal einen tiefgründigen politischen Hintergrundbericht gelesen? Ich kann mich auch nicht daran erinnern wann ich zuletzt ein tolles Feature auf Radio Lotte Weimar gehört habe oder wann mir jemand einen Artikel von hallo-muenchen.de empfohlen hat. Nur weil eine Zeitschrift sich an Frauen richtet heißt das doch nicht, dass sie nicht auch über den NSU Prozess berichten soll. Im Gegenteil: es kann doch nur von Vorteil sein wenn Medien mit sehr unterschiedlichen Zielgruppen berichten. So erreichen die Zeit oder das ZDF oft längst nicht mehr die Zuschauer von RTL2. Es ist doch positiv wenn auch diese Menschen etwas über den NSU Prozess erfahren. Stellt euch doch nur mal vor die Bravo hätte einen Platz. Es wäre doch auch toll wenn bereits Jugendliche über Politik informiert würden. Und zwar von den Medien die sie auch nutzen, denen sie vertrauen und die wissen wie man die eigenen Zielgruppe anspricht.

April 27, 2013 at 4:47pm

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Ein Sozi auf dem grünen Bundesparteitag

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Bevor man den Grünen Parteitag betreten kann muss man durch viel Beton schreiten. Die ersten fünf Minuten verbringt man erst einmal in einem Tunnel des Velodroms in Berlin. Wenn man erst einmal den Tunnel hinter sich gelassen hat folgt weiterer Beton. Insgesamt wirkt es als bestünde das gesamte Velodrom nur aus ‘nacktem’ Beton.

Schreitet man weiter folgen die auf Parteitagen obligatorischen Stände. Doch auch hier sucht man vergebens nach originellen Ständen. Bei SPD Parteitagen haben immer Gliederungen und Gruppierungen die Möglichkeit sich vorzustellen. Diese organisieren dort Diskussionen, geben sich mit ihren Stände sehr viel Mühe und versuchen auf sich aufmerksam zu machen. Oft wirkt das alles ein wenig albern. Hier wiederum sieht man Beton, Kaffee, Lobbyisten und Broschüren.

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Betritt man den Tagungsraum fällt einem erst einmal die Lautstärke auf. Man hat das Gefühl niemand hört der Rednerin zu. Kommt man dann mal zum Zuhören muss man schnell zu dem Ergebnis kommen, dass alle Grünen Freundinnen und Freunde sind. Gefühlt fällt alle 30 Sekunden diese Formel. Wie viele Freundinnen und Freunde wohl Boris Palmer am Ende dieses Parteitages noch hat? Die Grünen mögen anscheinend an Wörter ‘los’ anzuhängen. Menschen sprechen von Realos oder Kommunalos. Anscheinend verstehen hier alle was damit gemeint ist. Schaut man sich die Bühne an, sieht man vor allem schwarz und grün.  Aber das soll natürlich keine Koalitionsaussage sein.

Bei den Delegierten fällt schnell auf, dass hier nicht der Durchschnitt der Bevölkerung sitzt. Viele sehen gut aus, viele Junge sind da und Migranten scheint es kaum zu geben. Man ahnt warum die Grünen gerade in Prenzlauer Berg und oder in Baden-Württemberg so erfolgreich sind.

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Nach etwa einer Stunde verlasse die Bundesdelegiertenkonferenz mit dem guten Gefühl, dass ich doch richtig bei der SPD bin. Einer Partei mit dicken Bäuchen, albernem Singen, einer Verehrung für Helmut Schmidt und einem latentem Schweißgeruch. Aber sind es nicht gerade die kleinen Macken die Parteien und Menschen interessant machen?

Als ich in die M10 steige, durch den Prenzlauer Berg fahre bin ich froh als ich wieder im Wedding bei meinen liebgewonnen Casinos, Fußballwettbüros und 1-Euro-Läden bin.

April 26, 2013 at 11:08am

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Reblogged from isarmatrose
isarmatrose:

Eindrucksvolles Cover auf der Mai-Ausgabe des Boston Magazine.

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